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Historie

75 Jahre FC Hessen Massenheim - die Entwicklung seit 1930

Das erste überlieferte Mannschaftsfoto
aus dem Jahre 1930. >>grösser

Am 15. April 1930 war es, als der FC Hessen Massenheim im Lokal Wilhelm Fischer, im Hause Heinrich Lotz in der Homburger Straße 1, gegründet wurde.

Es wurde zunächst ein provisorischer Vorstand gebildet und beschlossen, im Herbst des gleichen Jahres an den Verbandsspielen teilzunehmen.

Vorsitzender des ersten - provisorischen - Vorstandes war Heinrich Hinkel, ihm folgte im Herbst offiziell Heinrich Lotz. Sportlich gestartet wurde in der C-Klasse des Kreises Friedberg.


1937/38 erreichte der FC Hessen in der 1. Kreisklasse Friedberg die Meisterschaft und stieg zur Bezirksklasse, der damaligen zweithöchsten deutschen Fußballklasse, auf, in der so bekannte Vereine wie SV 1920 Groß-Karben, Bad Homburg 05, SV Bad Nauheim 06, Phönix Bad Vilbel, FC Oberursel u.a. spielten.

Massenheim war damals das kleinste Dorf, das in die Be-zirksklasse vorgedrungen war. Die Mannschaft wurde von Freunden und Anhängern als "Jahrhundertmannschaft" gefeiert.

Bereits die nächste Saison 1939/40 sollte aufgrund des Kriegsausbruchs nur eine Runde der nächsten Nach-barn werden. Die Lastwagen als Transportmittel waren eingezogen worden und die verbliebenen nach und nach auf Holzvergasung umge-stellt. Das Teilnehmerfeld dieser Runde setzte sich zu-sammen aus den 6 Vereinen Bad Vilbel, Dortelweil, Groß-Karben, Büdesheim und Massenheim. Von 1941 bis 1944 wurde mit Spielen gemischter Senioren- und Jugendmannschaften der Spielbetrieb notdürftig auf-recht erhalten, bis gegen Kriegsende der Fußballspiel-betrieb völlig eingestellt wurde.

Der Neuanfang nach dem Krieg wurde im August 1945 mit einem Spiel gegen Bad Vilbel vollzogen, das 3:3 endete. Die Saison 1945/46 spielte die Massenheimer (immer noch als Fußballab-teilung des TV Massenheim) in der A-Klasse Friedberg, danach in der Frankfurter A- und B-Klasse, bis im Frühjahr 1949 der alte FC Hessen Massenheim 1930 wieder ins Leben gerufen wurde. Den Vorsitz übernahm Heinrich Hinkel, unter dessen Regie auch das 20-jährige Bestehen 1950 mit einer Sportwerbe-woche begangen wurde.


Bis 1958 wurde in der B-Klas-se des Fußballkreises Frankfurt gespielt, dann wurde der FC Hessen infolge einer Neuein-teilung in die C-Klasse ver-setzt.

Als gelungen und erfolgreich werden die Feiern zum 25-jährigen Bestehen des Vereins im Jahre 1955 unter dem Vorsitz von Hans Weber beschrieben. Trotz dem Tiefpunkt im Jahr 1958, als der Verein der C-Klasse Frankfurt zugeteilt wurde, herrschte vereinsmäßig reges Leben im FC Hessen Massen-heim. Spieler und Vorstand taten alles, um mit bei der Vergabe von vorderen Plätzen in Erscheinung zu treten. Die gemischte Jugend erreichte im Jahr 1960 das Meisterschaftsziel ihrer Gruppe im Kreis Frankfurt.

Ab 1965 spielten unsere Akti-ven mit kurzer Unterbrechung (1966/67) in der B-Klasse Friedberg/Gruppe Süd. Hier erreichte der FC Hessen bis 1970 regelmäßig gute Plazie-rungen im Tabellenvorder-feld. Zeitweise war man zu dem in der Lage, die Vereins-farben mit 3 Jugendmann-schaften zu vertreten, wobei die Betreuung von jeher in den Händen von verdienten Mitgliedern und aktiven Sportlern lag (zu lesen in den alten Aufzeichnungen ist immer wieder von Reinhold Fischer, Heinz Geppert, Bernd See, Rudolf Enzmann, Erwin Freschi, Reinhold Schad oder Klaus Weber).


>>grösser

Sportlich war der FC Hessen auch in den Jahren 1972 bis 1974 immer mit in der Tabellenspitze, verfehlte jedoch meist unglücklich das Meisterschaftsziel knapp. Danach kamen Spielzeiten mit Licht und Schatten in der B-Klasse Friedberg, Gr. Süd. Seit 1978 und bis 1985 spielte der FC Hessen im Zuge der Neugliederung des Sportkreises Friedberg in der Hochtaunusliga.

Die Nachwuchsarbeit machte seit 1965 erfreuliche Fort-schritte. Zeitweise konnte der Verein 3 Jugendmannschaf-ten melden. 1972/73 errang die C2-Jugend in einer Spiel-gemeinschaft mit der TSG Nieder-Erlenbach und unter dem Trainer Reinhold Fischer die Gruppenmeisterschaft. Die E-Jugend der Saison 1978/79 konnte mit dem gleichen Erfolg aufwarten. Trainer: Ralf Wächter.


D-Jugend 1980 >>grösser

1980 fand das vorerst letzte große Jubiläumsfest des FC Hessen Massenheim, die 50-Jahr-Feier, statt. Unter dem damaligen 1. Vorsitzenden, Heinrich Wirth, organisierte der Verein in seiner Jubilä-umswoche ein großes sport-liches Rahmenprogramm mit Einlagespielen und Turnieren für Jugend, Senioren und Alte Herren.

Beim Festkommers im katholischen Pfarrsaal, dem Zeitungsberichten zufolge noch fast ein Drittel der Gründungsmitglieder von 1930 beiwohnten, wurde Massenheim des öfteren mit dem "Fußballdorf Alsenborn" verglichen.


Bild: Erweiterung des Clubheims 1995

Folgerichtig setzte mit diesem Abstieg ein echter sportlicher Niedergang beim FC Hessen – jedenfalls im Seniorenbereich - ein, der erst 2003, nach dem Abstieg aus der Kreisliga A Friedberg in die unterste, die B-Klasse, gezwungenermaßen sein Ende fand. Dazwischen lag, nach jeweils starkem personellen Aderlass, der Abstieg aus der Bezirksklasse Friedberg 2001.


Bild: A-Jugend 2003: Kreismeister und Kreispokal-sieger, Sieger beim Gelre-Cup (Arnheim). >>grösser

Bild: 1930: Auswärtsspiel.

Die Verbandsrunde 1930/31 in der C-Klasse Friedberg brachte auf Anhieb die Meisterschaft, und der Verein stieg in die B-Klasse auf. 1934 wurde der Fußballverein im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltung mit den Turnern zusammen-geschlossen - für den Fußball hatte dies einen weiteren Aufschwung zur Folge, da verschiedene Turner sich als talentierte Fußballer erwiesen, wenn sie nicht bereits zuvor beide Sportarten betrieben hatten.

Bild: 1934. Auf dem Weg zum Spiel in Bad Homburg.

Sportlich gestartet wurde in der C-Klasse des Kreises Friedberg.
Man spielte zunächst und noch bis in die 70er Jahre hinein
hinter der Massenheimer Ziegelei in der zugehörigen Abraummulde
(heute Neubaugebiet "In den Weingärten").

In einer Zeit großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Depression bestand auch die halbe Mannschaft des FC Hessen aus Arbeitslosen. Die Beschaffung von Fußballschuhen konnte zum Problem werden; das Fahrgeld für den Transport zu Auswärtsspielen (man fuhr auf einem kleinen, mit Stühlen bestückten Lastwagen, etwa der Firma Vetter) mußte auf dem Feld abgearbeitet werden.

Bild: Anfang der 50er Jahre mit einem Heinz Kreiling als gelocktem Jüngling.

Bild: Geselligkeit und Vereinsleben wurden immer groß geschrieben beim FC Hessen, hier ein Bild aus dem Jahre 1970.

1971 legte die Stadt Bad Vilbel im Neubaugelände "An der Au" am westlichen Ortsausgang einen schönen neuen Sportplatz an, und mit weit über 1000 freiwilligen Arbeitsstunden errichteten die Vereinsmitglieder in seiner unmittelbaren Nachbarschaft ein Clubheim. In Souterrain und Erdgeschoß entstanden auf 2x 120 qm Fläche Umkleide- und Duschräume, ein eigener Schiedsrichterraum und angenehme Aufenthaltsräume. Die Einweihung dieser neuen Einrichtungen fand im Juni 1973 statt. Sie brachte neue Motivation für den Verein.


Die 80er Jahre verliefen dann allerdings sportlich eher durchschnittlich. Bis 1985 noch der B-Klasse Hochtaunus zugeteilt, konnte man den frischen Wind aus der Jugendabteilung noch nicht nutzen und keine Aufstiegsambitionen entwickeln. Daran änderte sich auch durch die Rückkehr in den Fußballkreis Friedberg im Jahre 1985 zunächst nichts.

Die Seniorenmannschaften im Jubiläumsjahr 1980, Erste Mannschaft, Reserve, Die Alten Herren.

Unter ihrem Vorsitzenden Heinz Kreiling gelang dann 1989 der Coup: als Tabellenzweiter der B-Klasse Friedberg und aufgrund einer Neuordnung des Wetterauer Fußballkreises stieg der FC Hessen Massenheim direkt in die Bezirksklasse Friedberg auf und sollte ab jetzt für 14 Jahre fernab der untersten Spielklasse Fußball spielen. In der Bezirksliga landete der Verein in den nächsten Jahren jeweils im gesicherten Tabellenmittelfeld.

Bild: Aufstieg in die Bezirks-Oberliga Frankfurt-West nach Relegation 1997.

Zum vorerst größten Erfolg für den Verein kam es gegen Ende der 90er Jahre. Der große Wurf gelang 1997: hinter dem Klassenbesten SC Dortelweil erreichte der FC Hessen unter seinem Vorsitzenden Norbert Kühl und mit Spielertrainer Oliver Hoffmann den zur Relegation berechtigenden 2. Tabellenplatz. Nach drei souverän gestalteten Spielen gegen Union Niederrad, SCP Bad Homburg und SpVgg. 03 Fechenheim schaffte man in der Relegationsrunde unangefochten den 1. Platz und war in die Bezirks-Oberliga Frankfurt-West aufgestiegen!

So groß die Aufstiegseuphorie auch war in Massenheim - diesen „Platz an der Sonne“ konnte der FC Hessen nur 1 ganzes Jahr einnehmen, dann fand man sich, sportlich klar abgeschlagen und finanziell ausgeblutet, in der Bezirksklasse wieder.

Bild: 1. Mannschaft Ende 2003: Gruppenbild mit Senior (Martin Fernandez).


Dank der Tatsache, daß seit Beginn der 90er Jahre wieder hartnäckig und emsig am Jugendunterbau gefeilt worden war, sollte der Absturz einigermaßen „abgefedert“ erfolgen. Unter den Jugendleitern Rüdiger Taucher, später in der gleichen Position beerbt von Karl-Heinz Krämer, gelang es bis 2000, sämtliche Jugendklassen zu besetzen. Und das ohne die mittlerweile landesweit unverzichtbaren Jugend-Spielgemeinschaften. 2003 schaffte die Massenheimer A-Jugend, nachdem man zweimal nacheinander Vizemeister geworden war, endlich das Double: Kreispokalsieg und Kreismeisterschaft.

Bei den Senioren hatte der Abstieg in die Kreisliga B im Sommer 2003 wiederum zahlreiche Abgänge zur Folge, der weitere Spielbetrieb war gefährdet. Eigentlich Experimentcharakter hatte die schließlich gefundene Lösung, die A-Jugendlichen aus der Kreismeistermannschaft vorzeitig für den Seniorenspielbetrieb freizumachen und bei den Senioren an den Start zu schicken. Nun, im Sommer 2004, haben die Jungs diese Aufgabe als wohl jüngste Senioren-Mannschaft im Kreis mit zwei, drei Routiniers im ersten Jahr mit einem 6. Tabellenplatz in der Saison 2003/2004 ordentlich gelöst - wenn auch nicht, ohne hier und da richtig Lehrgeld zu zahlen.


Zu hoffen ist, dass diese Mannschaft noch eine Weile zusammen bleibt und sich zusammen weiter entwickelt, dann hat sie beste Perspektiven. Phantastisch wäre natürlich ein Aufstieg bereits im kommenden, im Jubiläumsjahr.

Was aber ebenso wichtig ist: aufgrund des Unterbaus in Form der bei allen Jahrgängen gut besetzten Jugendabteilung sind die sportlichen Perspektiven für den Verein generell auf längere Sicht gut, und die Jugendlichen, die mehr als 50% der Vereinsmitglieder stellen, sind zu einem erheblichen Teil dafür verantwortlich, daß der FC Hessen Massenheim nach fast 75 Jahren noch immer quicklebendig ist und ein wichtiger Bestandteil der hiesigen Fußball-Landkarte ist. Wir wissen, dass uns mancher Verein darum beneidet.